Die 27 EU-Mitgliedstaaten im Überblick
Von Belgien bis Zypern: alle Mitgliedstaaten mit Hauptstadt, Beitritt, Währung und Schengen-Status, dazu die Geschichte der Erweiterungen und die Kandidaten von heute.
Alle 27 Länder auf einen Blick
€ Euro (21 Länder)S Schengen (25 Länder)Jahreszahl = EU-Mitglied seit (1958 = Gründungsmitglied)
- Belgien
- Bulgarien
- Dänemark
- Deutschland
- Estland
- Finnland
- Frankreich
- Griechenland
- Irland
- Italien
- Kroatien
- Lettland
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Niederlande
- Österreich
- Polen
- Portugal
- Rumänien
- Schweden
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien
- Tschechien
- Ungarn
- Zypern
Die Europäische Union ist in knapp 70 Jahren von 6 auf 27 Mitglieder gewachsen. Das Länderraster oben zeigt alle Mitgliedstaaten mit Hauptstadt und Beitrittsjahr und markiert, wer mit dem Euro zahlt und wer zum Schengen-Raum ohne regelmäßige Grenzkontrollen gehört. Darunter stehen die Erweiterungsrunden, die Unterschiede zwischen Euro, Schengen und Binnenmarkt und der aktuelle Stand bei den Beitrittskandidaten.
Die Erweiterungsrunden
| Jahr | Neue Mitglieder |
|---|---|
| 1958 | Gründungsstaaten: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande |
| 1973 | Dänemark, Irland, Vereinigtes Königreich |
| 1981 | Griechenland |
| 1986 | Portugal, Spanien |
| 1995 | Finnland, Österreich, Schweden |
| 2004 | Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern |
| 2007 | Bulgarien, Rumänien |
| 2013 | Kroatien |
Die größte Erweiterung fand 2004 statt, als zehn Staaten auf einmal beitraten, die meisten davon aus Mittel- und Osteuropa. 1990 kam mit der deutschen Einheit das Gebiet der früheren DDR ohne eigenes Beitrittsverfahren hinzu. Wie die Einigung mit der Schuman-Erklärung von 1950 begann, erzählt die Seite Europatag und Schuman-Erklärung.
Ein Austritt: der Brexit
Am 23. Juni 2016 stimmte im Vereinigten Königreich eine Mehrheit für den Austritt aus der EU. Nach langen Verhandlungen verließ das Land die Union am 31. Januar 2020, bis Ende 2020 lief eine Übergangsphase. Seitdem regeln ein Austrittsabkommen und ein Handels- und Kooperationsabkommen die Beziehungen. Für Reisende bedeutet das: Für Großbritannien brauchen Deutsche einen Reisepass, und seit 2025 zusätzlich eine elektronische Reisegenehmigung. Die Krankenversicherungskarte gilt dort weiterhin. Mehr dazu unter Reisen in der EU.
Euro, Schengen, Binnenmarkt: drei verschiedene Kreise
Wer zur EU gehört, gehört nicht automatisch überall dazu. Es lohnt sich, drei Kreise zu unterscheiden:
- Der Euroraum umfasst seit dem 1. Januar 2026 21 Mitgliedstaaten. Nicht dabei sind Dänemark, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien und Ungarn. Einige kleine Staaten außerhalb der EU wie Monaco oder der Vatikan nutzen den Euro aufgrund von Abkommen, Kosovo und Montenegro verwenden ihn ohne solche Vereinbarung. Mehr zu Währung und Zahlungsverkehr steht unter Geld in der EU.
- Der Schengen-Raum umfasst 29 Staaten: 25 EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Irland hat sich eine Ausnahme gesichert, Zypern erfüllt die Voraussetzungen für den vollständigen Beitritt noch nicht. Bulgarien und Rumänien sind seit Anfang 2025 vollständig Mitglied.
- Der Binnenmarkt mit freiem Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen umfasst alle 27 EU-Staaten und über den Europäischen Wirtschaftsraum auch Island, Liechtenstein und Norwegen.
Zahlen und Sprachen
In der EU leben rund 450 Millionen Menschen. Das bevölkerungsreichste Land ist Deutschland mit gut 83 Millionen Einwohnern, das kleinste Malta mit rund einer halben Million. Flächenmäßig ist Frankreich der größte Mitgliedstaat.
Die EU hat 24 Amtssprachen. Jede Bürgerin und jeder Bürger darf sich in jeder dieser Sprachen an die EU-Institutionen wenden und hat Anspruch auf eine Antwort in derselben Sprache. Gesetze werden in allen Amtssprachen veröffentlicht, jede Fassung ist gleichermaßen verbindlich.
Wer Mitglied werden möchte
Jeder europäische Staat, der die Werte der Union achtet, kann nach Artikel 49 des EU-Vertrags einen Beitrittsantrag stellen. Der Weg ist lang. Das Land muss die Kopenhagener Kriterien erfüllen, also stabile Institutionen als Garantie für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, eine funktionierende Marktwirtschaft und die Fähigkeit, das gesamte EU-Recht zu übernehmen und anzuwenden. Die Verhandlungen sind in Kapitel aufgeteilt, die einzeln eröffnet und geschlossen werden.
Offiziellen Kandidatenstatus haben derzeit Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, die Türkei und die Ukraine. Kosovo hat einen Antrag gestellt und gilt als potenzieller Kandidat. Wie weit die Verhandlungen jeweils sind, unterscheidet sich stark: Mit einigen Westbalkanstaaten wird seit Jahren verhandelt, mit der Türkei liegen die Gespräche seit Langem auf Eis, und im Fall Georgiens hat die EU den Prozess wegen politischer Entwicklungen im Land faktisch angehalten.
Am Ende eines erfolgreichen Verfahrens müssen alle Mitgliedstaaten im Rat einstimmig zustimmen, das Europäische Parlament muss den Beitritt billigen, und der Beitrittsvertrag muss in allen Mitgliedstaaten und im Beitrittsland ratifiziert werden. Wie diese Institutionen zusammenarbeiten, erklärt die Seite So funktioniert die EU.
Wie Sie die Länderdaten lesen
Die Jahreszahl im Raster nennt das Jahr, ab dem ein Land Mitglied ist. Bei den Gründungsstaaten steht 1958, das Jahr, in dem die Römischen Verträge in Kraft traten. Das Euro-Zeichen markiert die Euro-Länder, das S die vollen Schengen-Mitglieder. Grenzkontrollen, die einzelne Staaten vorübergehend wieder eingeführt haben, ändern am Schengen-Status nichts. Alle Angaben haben den Stand Oktober 2026.
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Fragen und Antworten
- Welche EU-Länder haben nicht den Euro?
- Dänemark, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien und Ungarn haben eine eigene Währung. Dänemark hat eine vertragliche Ausnahme, die anderen fünf Länder haben sich grundsätzlich zur Einführung des Euro verpflichtet, ohne dass ein Termin feststeht. Bulgarien hat den Euro zum 1. Januar 2026 eingeführt.
- Sind Norwegen und die Schweiz in der EU?
- Nein. Norwegen, Island und Liechtenstein gehören über den Europäischen Wirtschaftsraum zum Binnenmarkt, die Schweiz ist über bilaterale Abkommen eng angebunden. Alle vier sind Mitglied im Schengen-Raum, aber nicht in der EU und haben keine Stimme bei EU-Entscheidungen.
- Wie wird ein Land Mitglied der EU?
- Jeder europäische Staat, der die Werte der EU achtet, kann einen Antrag stellen. Er muss die sogenannten Kopenhagener Kriterien erfüllen: stabile demokratische Institutionen und Rechtsstaatlichkeit, eine funktionierende Marktwirtschaft und die Fähigkeit, das gesamte EU-Recht zu übernehmen. Am Ende müssen alle Mitgliedstaaten zustimmen, das Europäische Parlament den Beitritt billigen und der Beitrittsvertrag von allen ratifiziert werden.
- Kann ein Land die EU wieder verlassen?
- Ja. Artikel 50 des EU-Vertrags regelt den Austritt. Das Vereinigte Königreich hat davon als bisher einziges Land Gebrauch gemacht und die EU am 31. Januar 2020 verlassen. Einen Ausschluss eines Mitgliedstaates sehen die Verträge dagegen nicht vor.
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Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion m9m Europa.